Geschichte

Die Geschichte des Billardspiels reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Billard hat vermutlich die gleichen Wurzeln, wie die Rasenspiele Croquet und Golf. Um vom Wetter unabhängig zu sein entstand ein Spiel für den „grünen Tisch“ auf den europäischen Königshöfen.

Das Billardspiel genoss beim Adel und der gehobeneren Gesellschaft große Beliebtheit. Die französischen Könige Louis XI und Louis XVI, Napoleon Bonaparte mit Maria Luise von Österreich oder Ludwig II – sie alle frönten ausgiebig dem Billardspiel. Auch von Mozart ist bekannt, dass er das Spiel leidenschaftlich liebte und einen eigenen Tisch besaß.

Die „Billardrevolution“

Die französische Revolution 1789 machte Billard dem gewöhnlichen Volk zugänglich. Billardtische waren von da an auch in Gaststätten zu finden.
Auch Mozart spielte im Wiener Kaffeehaus Billard. Man sagt, dass er ein leidenschaftlicher, aber schlechter Spieler gewesen sein soll. Aber wenn ein guter Billardspieler in Wien ankam, dann soll ihn das mehr interessiert haben, als so mancher berühmter Musiker. So beschreibt Goethe-Freund Sulpice Boisserée Mozarts „Billardsucht“.

Das Billardspiel erobert Amerika

Durch die europäischen Einwanderer wurde Billard nach Amerika gebracht. Georg Washington und Abraham Lincoln waren begeisterte Spieler. Sie hatten im Weißen Haus einen Billardtisch.

Um 1900 gewann Poolbillard in den USA stark an Popularität. Die ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts brachte einige Spielerlegenden, wie Willie Mosconi und Ralph Greenleaf und hervor. Sie propagierten das 14/1-Spiel.

Zocker, wie Jersey, Wimpy Lassiter und Minnesota Fats Red bevorzugten eher die Spiele 9-Ball und One-Pocket.

In den 1950ern kam die bis heute wohl bekannteste Spielvariante, das 8-Ball auf. Hauptverantwortlich für den Boom war die Einführung von Münztischen in Bars und Cafes.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Poolbillard von den US-Soldaten über den großen Teich wieder zurück nach Europa gebracht.

Film und Fernsehen machen Poolbillard populär

In den 1960ern verhalf der Film „Haie der Großstadt“ dem Billardsport zu einem Aufschwung, der in den 70ern durch die TV-Übertragungen der legendären Matches zwischen Mosconi und Minnesota Fats weiter anhielt. In den 1980ern erlangte der oskarprämierte Film „Die Farbe des Geldes“ unter Billardspielern Kultstatus und Verhalf dem Poolbillardspiel zu einem enormen Aufschwung in Österreich und Deutschland.

Poolbillard wird zum Sport

Mit der Gründung des Europäischen Billardverbandes (EPBF) 1978 begann in Europa das organisierte Billardspiel. Die ersten Europameisterschaften wurden jährlich abgehalten. Die beiden Gründungsmitglieder Deutschland, Schweden, sowie Österreich und Schweiz waren die Vorreiter beim Poolbillardspielen in Europa. Heute hat die EPBF 34 Mitgliedsstaaten.

Ein weiterer Film pushte den Poolbillardsport . Der Streifen „The Color of Money“ mit Tom Cruise und Paul Newman löste in den späten 80ern einen neuerlichen Billardboom aus. Viele Vereine entstanden in dieser Zeit. Regionale und nationalen Verbände etablierten sich.

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